"Es gab zu keinem Zeitpunkt Diskussionen darüber, ob ich zu jung oder zu unerfahren sei, oder dass ich eine Frau bin."

Judith, Standortleiterin in Düsseldorf

 

Judith, du bist seit 2013 im Unternehmen. Erzähl mal wie alles für dich begann.

"Ich habe mich nach meinem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens Schwerpunkt Logistik bewusst für ein Familienunternehmen entschieden. Ich konnte mir schlecht vorstellen, eine von vielen in einem Großkonzern zu sein und begann deshalb das Trainee-Programm bei Schnellecke. Die verschiedenen Stationen des Programms haben mich von Wolfsburg über Duisburg nach Hamburg geführt. Nach dem Einsatz in Hamburg habe ich das Trainee-Programm vorzeitig abgebrochen, da mir eine gute Stelle in Duisburg angeboten wurde. Also ging ich zurück und wurde Leiterin der Verpackungsplanung. Ich bin rückblickend sehr dankbar über diese Chance und dass der damalige Standortleiter mein Potential erkannt hat. Schließlich kam ich sozusagen frisch von der Uni."

 

Da kamen sicherlich große Herausforderungen auf dich zu. Was passierte als nächstes?

"Im Verlauf der nächsten Monate schenkte mir der Standortleiter das nötige Vertrauen und unterstütze mich. Und dann, nach nur sechs Monaten, wurde ich zur administrativen Leitung befördert. Es gab zu keinem Zeitpunkt Diskussionen darüber, ob ich möglicherweise zu jung bin oder zu unerfahren sei oder dass ich eine Frau bin, die es in einer männerdominierten Logistikbranche womöglich schwerer hat. Ganz im Gegenteil, ich hatte meinen Befürworter, der von Anfang an uneingeschränkt hinter mir stand und das auch ganz offen kommuniziert hat."

 

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In Duisburg bist du nicht geblieben, wie ging die Reise weiter?

"Eines Abends bekam ich einen Anruf von meinem Standortleiter. Er sagt: „Judith, ab morgen übernimmst du als Krankheitsvertretung auf unbestimmte Zeit die Leitung des Standortes Köln.“ Gesagt – getan. So habe ich es innerhalb von zwei Jahren vom Trainee zur Business Unit-Leitung geschafft."

 

Das ist eine beeindruckende Leistung. Wie war dein erster Eindruck, als du nach Köln kamst und wie haben die Mitarbeiter am Standort reagiert?

"Ich bin nicht mit der Tür ins Haus gefallen, sondern habe mich erst einmal vorsichtig an die neue Situation herangetastet. Die Mitarbeiter am Standort wussten im Detail besser als ich, was zu tun war, daher war ich auf die enge Zusammenarbeit angewiesen. Köln war ein kleiner Standort, was für mich sehr von Vorteil war. So konnte ich mir schnell eine Übersicht verschaffen und durch meine Mitarbeiter die einzelnen Prozesse kennenlernen.

Ein Jahr nach meinem Start in Köln zog es mich zurück nach Duisburg und ich übernahm dort die Standortleitung. Das war nicht ganz einfach, da mich viele Mitarbeitende noch als Trainee oder Abteilungsleitung kannten. Nun war ich die Vorgesetzte von allen an einem sehr großen Standort. Das und ein paar kulturelle Aspekte waren schon herausfordernd.

Allerdings hielt es mich auch hier nur ein Jahr, denn 2018 wurde der neue Standort Düsseldorf eröffnet, den ich seitdem leite. Es war immer ein Wunsch von mir, einen Standort von Sekunde Null an mit aufzubauen, und diese Chance bekam ich nun."

 

Wenn man einen Standort „aufwachsen“ sieht, ist man bestimmt stolz. Was magst du an Düsseldorf besonders?

"Düsseldorf ist ein Standort, bei dem weder Geschlecht noch Herkunft oder Kultur eine Rolle spielen. Wir begegnen uns seit Beginn an auf Augenhöhe, worauf ich sehr stolz bin.  Ich kann von diesem Standort glücklicherweise sagen, dass ich hier keinen besonderen Herausforderungen begegne, weil ich eine Frau bin."

 

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Nun bist du nicht nur Standortleiterin, sondern seit einigen Monaten auch Mutter. Wie vereinst du Familie und Beruf?

"Ich muss zugeben, dass sich durch die Mutterrolle meine Prioritäten etwas verschoben haben. Ich bin insgesamt entspannter und gelassener geworden und mache mir weniger Druck. Wer selbst Kinder hat der weiß, dass es morgens mal länger dauern kann oder man zwischendurch spontan das Kind abholen muss, weil es krank wird. Meine flexiblen Arbeitszeiten und die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, kommen mir in diesen Momenten sehr zugute. Und natürlich mein Team am Standort, dass den Laden auch ohne meine Anwesenheit im Griff hat. Ich denke nur so schaffen wir es, als Arbeitgeber für Frauen in Führungspositionen attraktiv zu sein."

 

Was schätzt du an Schnellecke als Arbeitgeber besonders?

"Schnellecke ist trotz der Größe immer noch ein Familienunternehmen. Man hat innerhalb seines Fachbereichs diverse Freiheiten und bekommt, wenn man das Engagement zeigt, unabhängig vom Bildungsgrad die Chance sich beruflich weiterzuentwickeln. Außerdem schätze ich es sehr, dass sich Schnellecke den Herausforderungen der modernen Zeit stellt, sei es bei der Digitalisierung, Klimaneutralität oder beim Thema women@schnellecke."